Leben in Japan

Ein eher offensichtlicher Grund, um Japanisch zu lernen, ist die Absicht, in Japan zu leben. Vielleicht hast Du auch schon einmal drüber nachgedacht, wie es wäre, um im Land der aufgehenden Sonne zu wohnen und die Kultur richtig zu erleben. Wenn Du dauerhaft in Japan leben möchtest, solltest Du dich allerdings gut informieren, da das Leben in Japan sich in vielerlei Hinsicht von jenem in Deutschland unterscheidet.

Zahlreiche kulturelle Unterschiede

Der größte Unterschied zwischen Japan und europäischen Ländern liegt vor allem in der japanischen Kultur. Insbesondere die Höflichkeit unter den Japanern erscheint für viele Europäer teils als recht steif und aufwendig. Während vor allem unhöflich empfundene Dinge und Situationen in Japan gleich gehandhabt werden wie jene in Deutschland, heben die Japaner die Höflichkeit auf eine ganz eigene Ebene. Sowohl im Arbeits- und Schulalltag wie im Privatleben agieren Japaner anders als Deutsche. Trittst du als Deutscher bzw. Deutsche mit Japanern in Kontakt, solltest du deshalb stets darauf achten, sehr höflich zu sein.

Typische europäische Standards wie etwa das Betreten von Häusern und Wohnungen mit Schuhen, Essen im Stehen oder das öffentliche Schnäuzen der Nase gehören sich in Japan nicht. Vor dem Betreten von Häusern, aber auch von Restaurants und Tempel, werden in Japan die Schuhe ausgezogen. Die Nase wird an Orten geputzt, an welchen keine anderen Personen anwesend sind. Essen als Ritual wird stets im Sitzen und vor allem in Ruhe vollzogen. Ebenso solltest du in Japan nicht offen deine Gefühle äußern. Japaner zeigen nur selten ihr Unbehagen, wodurch sie sehr zurückhaltend wirken.

Andere hygienische Standards

Ein großer Unterschied zu Europa zeigt sich in den hygienischen Standards. Japaner baden meist jeden Tag, wodurch nicht nur japanische Wohnhäuser über ein eigenes Bad mit Badewanne verfügen, sondern dieses auch häufig zur Standardausstattung von Hotelanlagen und Gästehäusern gehört. Ergänzend bieten eigene Badehäuser die Chance, die japanische Badekultur kennenzulernen. Bei Badehäusern solltest du allerdings darauf achten, keine Tattoos zu besitzen. Tattoos gelten in Japan selbst bei Ausländern als nicht angemessen, da vor allem die japanische Mafia Yakuza Tattoos als Erkennungszeichen tragen. Personen mit Tattoos wird deshalb des Öfteren der Zutritt zu öffentlichen Badehäusern und Badeanlagen untersagt.

Auch die japanischen Toiletten unterscheiden sich von jenen in Deutschland. Während öffentliche und Schultoiletten häufig mit Bodentoiletten ausgestattet sind, besitzen vor allem Privathaushalte komplett elektronisch ausgerüstete Modelle. Erkältest du dich in Japan, solltest du zugleich in Japan darauf achten, eine Atemschutzmaske zu tragen. Japaner tragen sowohl in ihrem Zuhause wie in der Öffentlichkeit bei unterschiedlichen Krankheiten Atemschutzmasken, um ihre Mitmenschen nicht anzustecken.

„Heimliche“ Unterschiede

Wohnst du bei Japanern zu Hause oder mietest du dir eine japanische Wohnung, kann es sein, dass sich nicht nur die Toilette und das Badezimmer anders gestaltet sind. Obwohl immer mehr japanische Haushalte einen europäischen Einrichtungsstil annehmen, kann es passieren, dass du vor allem in Hotels auf einem klassischen Futon schlafen musst. Der Futon wird jeden Abend ausgerollt und am Morgen wieder zurück in den Schrank gelegt. Dasselbe gilt für Kissen und Bettdecke. Platzprobleme wegen eines Bettes vor allem in kleineren japanischen Zimmern wird dadurch entgegengewirkt.

Falls dir im Sommer in Japan zu heiß wird, musst du die Hitze allerdings nicht ertragen. Japanische Haushalte werden entweder vom Vermieter oder vom Hausbesitzer selbst mit einer Klimaanlage ausgestattet, damit die teils heißen und schwülen Sommer in Japan erträglich werden. Gleichzeitig dienen die Klimageräte als Heizanlage im Winter. Alternativ können japanische Haushalte einen Kotatsu, einen Tisch mit integrierter Heizung, besitzen. An diesem sitzen die Japaner während der kalten Wintermonate, um sich aufzuwärmen oder miteinander Zeit zu verbringen.

Nach Japan gehen

Da es mit all den kulturellen Unterschieden am Anfang etwas schwierig sein kann, um in Japan Fuß zu fassen, gibt es Organisationen, die dir dabei helfen. Eine dieser Organisationen ist Go! Go! Nihon, welche dir kostenlos dabei hilft, in Japan zu leben und dort beispielsweise eine Sprachschule und eine Unterkunft zu finden. Das kann dir eine Menge Arbeit und Zeit ersparen und kostet dich nicht mehr als wenn Du alles selbst organisieren würdest. Wenn Du also mit dem Gedanken spielst, eine längere Zeit in Japan zu verbringen, dann kann ich Dir nur empfehlen, dir von einer Organisation helfen zu lassen.