Katakana

Katakana, auf Japanisch 片仮名 oder カタカ geschrieben, ist eines der drei benutzen Schriftsysteme der japanischen Sprache. Gleich wie Hiragana bestehen Katakana aus mehreren Zeichen. Jedes Zeichen ist ein Syllabogramm (sozusagen ein Buchstabe), wodurch es einen Vokal, eine Kombination aus mindestens einem Konsonanten mitsamt Vokal oder lediglich einen Konsonanten wiedergibt. Da Katakana und Hiragana dasselbe Zeichenmaß besitzen, existieren über 100 verschiedene Zeichen und Zeichenkombinationen. Häufig erlernen Japanischlernende die Katakana-Zeichen nach den Hiragana-Zeichen, da sie in den meisten Fällen für entlehnte Fremdwörter verwendet werden. Ebenfalls können Katakana zeitgleich mit Kanji gelehrt werden.

Der Aufbau des Katakana-Alphabets

Katakana Tabelle

Katakana Tabelle (von Karine Widmer)

Das Katakana-Alphabet setzt sich, gleich wie das Hiragana-Alphabet, aus mehreren Zeichenkombinationen zusammen. Der ursprüngliche Grundstock des Zeichensatzes betrug einst 50 Zeichen. Heute sind lediglich 45 dieser Zeichen aktiv in Gebrauch. Mithilfe mehrerer diakritischer Zeichen wird das Katakana-Alphabet erweitert, wodurch der Zeichensatz in der Lage ist, das Ausmaß der japanischen Sprache nur mit diesem Alphabet wiederzugeben. Anders als das Hiragana-Alphabet besitzt das Katakana-Alphabet zudem mehrere Zeichen, welche sich stark ähneln. In diesen Fällen bestimmt die Strichrichtung die Bedeutung es Zeichens, sodass Japanischlernende häufig zu Beginn Schwierigkeiten besitzen, Katakana korrekt zu lesen. Während die Unterschiede mit herkömmlichem Schreibwerkzeug wie Stiften kaum hervorstechen, lassen sie sich mit einem Schreibpinsel deutlicher erkennen.

Bezüglich diakritischer Zeichen weist das Katakana-Alpbahet dieselben Zeichen wie das Hiragana-Alphabet auf. Stimmlose Konsonanten werden durch das dakuten (“) zu stimmhaften Konsonanten. Folglich wandelt sich K zu G, S zu Z, T zu D und H zu B. Das H besitzt wiederum ein spezielles diakritisches Zeichen. Mit dem handakuten (°) werden H-Silben zu P-Silben. Das dakuten sowie das handakuten werden an das Grundzeichen hinten angehängt. Nicht nur Einzelgraphen bzw. gojūon, welche entweder einzelne Vokale sowie Konsonanten oder eine Kombination aus diesen sind, werden im Katakana-Alphabet mit den diakritischen Zeichen versehen. Da Katakana ebenfalls Digraphen bzw. yōon enthalten, lässt sich der Zeichengrundstock durch die Kombination der Schriftzeichen mit einem kleinen ya, yo oder yu erweitern. Die Kombination ist immer nur mit den Einzelgraphen der i-Spalte möglich. Die kleinen Zeichen werden dem ursprünglichen Laut angehängt, wodurch sich seine Aussprache geringfügig ändert. Beispielsweise wandelt sich ein Ki mit einem ya, yu oder yo zu einem kya, kyu oder kyo. Eine besondere Stellung nimmt das N als nasaler Laut ein. Für diesen Laut existiert sowohl im Hiragana- wie Katakana-Alphabet ein eigenes Schriftzeichen, welches mit keinem anderen Laut kombiniert wird. Das kleine tsu, welches die Bezeichnung sokuon trägt, findet ebenfalls häufig als Einzelgraph Gebrauch. Wird es vor einen Konsonanten platziert, wird dieser zu einem Doppelkonsonanten. Folglich besitzt das Katakana-Alphabet über 100 Zeichen und Zeichenkombinationen.

Entstehung der Katakana

Katakana existieren, gleich wie Hiragana, ungefähr seit dem 9. Jahrhundert und entstammen ursprünglich dem Man’yōgana. Die Katakana-Zeichen wurden allerdings nicht gesondert entwickelt. Schriftzeichen, welche für die Markierung von bestimmten Aussprachen benutzt wurden, dienten als Basis der Katakana. Damit die Zeichen einfacher lesbar wurden, wurden einzelne Elemente entfernt, sodass letztendlich die Katakana etabliert wurden. Zu Beginn verwendeten Männer das Alphabet. Erst im Laufe der Zeit schrieben auch Frauen mit den Zeichen. Heute dienen Katakana vor allem dazu, entlehnte Fremdwörter mit japanischen Schriftzeichen schreibbar zu machen.

Verwendungszwecke für Katakana

Die häufigste Verwendung von Katakana im modernen Japanisch ist die Übersetzung von Fremdwörtern bzw. Gairaigo sowie ausländischen Namen. Da aufgrund der Silbenschrift keine zeichengetreue Übersetzung möglich ist, werden die Zeichen lauttechnisch verwendet. Beispielsweise wird der Fernseher umgangssprachlich terebi genannt. Das Wort entwickelte sich aus dem französischen „télévision“.

Kommen Katakana im Standardschriftgebrauch zum Einsatz, ersetzen sie manchmal den Wortstamm von bestimmten Verben. In der Regel handelt es sich hierbei um Wörter aus der Jugendsprache, welche wiederum von Fremdwörtern abgeleitet wurde. Bei Manga hingegen finden Katakana als Lautbezeichnungen häufig Verwendung.

Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass Katakana gleich wie Hiragana als Furigana eingesetzt werden. Werden die Kanji, welche mit den Furigana leserlicher werden, jedoch nicht auf Japanisch ausgesprochen, ersetzen Katakana Hiragana als Lesehilfe. Dieser Fall tritt vor allem ein, wenn die Kanji auf Englisch, Chinesisch oder einer anderen Sprache gelesen werden.